Identität rekonstruieren

Foto: Regula Bearth © ZHdKGrafik und Mock-up: Ludovica Galleani d'Agliano

Studierendenporträt Ludovica Galleani d’Agliano

Für Ludovica Galleani d’Agliano ist Design ein wichtiges Werkzeug, um das Bewusstsein für gesellschaftlich relevante Themen zu schärfen. Aktuell forscht sie zur Identität von Sexarbeiter:innen.

VON FREDERIC POPPENHÄGER
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Frederic Poppenhäger: Warum hast du dich für den Master Trends & Identity entschieden?
Ludovica Galleani d’Agliano: Ich möchte die Gesellschaft, in der ich lebe, besser verstehen. So können wir eine bessere Zukunft gestalten. Zunächst war ich etwas überrascht, dass der Schwerpunkt des Studiums auf der Forschung und nicht direkt auf dem praktischen Aspekt des Designs liegt. Ich habe aber auch gemerkt, wie wichtig Forschung für solide und relevante Projektarbeit ist.

Du hast ein ZHdK-Exzellenzstipendium erhalten. Woran arbeitest du gerade?
Im Moment recherchiere ich über Sexarbeit mit einem postcyber-feministischen Ansatz. Dieses Thema ist in unserer Gesellschaft besonders relevant, weil es viele Aspekte wie Feminismus, Technopositivismus und psychische Gesundheit miteinander verbindet. Meine Forschung basiert auf einer ethnografischen Analyse der Identität von Sexarbeiter:innen, in Bezug auf digitale Technologien. Ich entschlüssle unterdrückende und stigmatisierende Codes, analysiere und reorganisiere sie. Das Ziel der Forschung ist die Rekonstruktion der Identität von Sexarbeiter:innen, die durch die Kontrollsysteme des öffentlichen Raums behindert werden.

Was hast du nach dem Studium vor?
Nach meinem Master möchte ich weiter in den Bereichen Gender, Technologie und Nachhaltigkeit arbeiten und forschen.

Welches ist dein Lieblingsort in Zürich?
Die Shedhalle, ein Kunst-Offspace in der Roten Fabrik in Wollishofen. Dort finden immer sehr interessante Ausstellungen und Performances statt.

Welches war bis jetzt deine beste Entscheidung?
Diese Ausbildung zu machen! Obwohl der kreative Bereich hart und konkurrenzbetont sein kann, habe ich es nicht bereut, diesen Weg gewählt zu haben. Ich schätze mich glücklich, in einem so kreativen, offenen und inspirierenden Umfeld aufgewachsen zu sein, das mich für viele wichtige Themen sensibilisiert hat, die sonst nicht oft diskutiert werden.

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