Vom Schreiner zum Industrial Designer

Linus Maurmann verzichtet wenn möglich auf Verschalungsteile. Man soll sehen, wie seine Geräte funktionieren. Fotos: Regula Bearth © ZHdK

Als Schreiner fehlte Linus Maurmann die berufliche Vielseitigkeit. Diese lebt er nun in- und ausserhalb des Industrial-Design-Studiums in zahlreichen Projekten aus: Eine Soundinstallation für eine Berliner Galerie und selbst gebaute Tourenskis gehören aktuell dazu.

VON GIULIA ADAGAZZA
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Giulia Adagazza: Wieso hast du dich für den Bachelor Design mit Vertiefung Industrial Design entschieden?
Linus Maurmann: Ich habe eine Lehre als Schreiner absolviert. Die Arbeit gefiel mir, doch früher oder später hätte mir in diesem Beruf wohl die Vielseitigkeit gefehlt; auch weil ich nicht nur mit Holz arbeiten wollte. Ich bewarb mich an der ZHdK für die Vertiefungen Industrial Design und Interaction Design. Bei beiden steht der Gestaltungsprozess im Vordergrund. Das gefiel mir.

Wurden deine Erwartungen an das Studium erfüllt?
Ich hätte mit mehr Theorie und weniger Hands-on-Unterricht gerechnet. Dank meine Arbeitserfahrung als Schreiner kann ich Zeit und Aufwand bei Projekten zum Glück gut einschätzen. Vielen Studierenden fällt dies gerade zu Beginn des Studiums schwer.

Was ist «roh» an deinem Schaffen?
Ich verzichte wo möglich auf Verschalungsteile. Im mag es, wenn man sieht, wie ein Gerät funktioniert. Ausserdem bleibe ich gerne den Materialien treu.

Was inspiriert dich?
Alles, was eine Wirkung auf mich hat und mich an neue Orte führt. Das können die Berge sein, in denen die Umgebung auf ein Minimum reduziert ist, aber auch eine Ausstellung, die ganz viele Eindrücken mit sich bringt.

Deine Pläne nach dem Studium?
Nächstes Jahr werde ich im Rahmen des Studiums Praktika in der Industrie und in einer Agentur absolvieren. Ich möchte die verschiedenen Seiten des Berufsfeldes Industrial Design besser kennenlernen und erhoffe mir von den Praktika mehr Klarheit für meine beruflichen Pläne.

Dein Lieblingsort in Zürich?
Die Badi Unterer Letten. Die Natursteinwand dort ist der perfekte Kletterspot.

 

Weitere Studierendenporträts im Zett
Giulia Adagazza war Projektleiterin in der Hochschulkommunikation der ZHdK.
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