Keine Schubladenprojekte

Kreieren, exponieren: Livia Berta schätzt, dass sie während des Studiums an realen Projekten arbeiten kann, die nicht gleich in einer Schublade verschwinden. Fotos: Regula Bearth © ZHdK

Studierendenporträt Livia Berta

Kulturpublizistikstudentin Livia Berta reiste im Rahmen ihres Masters nach Hong Kong. Am ZHdK-Studium schätzt sie die Arbeit an realen Projekten, die fertig umgesetzt werden und nicht einfach in einer Schublade verschwinden.

VON GIULIA ADAGAZZA
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Giulia Adagazza: Wieso hast du dich für den Master Art Education in Kulturpublizistik entschieden?
Livia Berta: Ich habe bereits eine Lehre als Polygrafin und ein Bachelorstudium in Journalismus und Organisationskommunikation absolviert. Weil ich den Fokus meiner Arbeit in den Kulturbereich verschieben und meine bestehenden Tätigkeitsfelder in der Kommunikation und der Grafik miteinander verknüpfen wollte, entschied ich mich für diesen Master. Und ich wollte auch – so plump es klingen mag – weiterstudieren, um einen Austausch mit anderen zu haben und neuen Input zu erhalten.

Wurden deine Erwartungen bis jetzt erfüllt?
Ja, absolut. Inhaltliche Erwartungen hatte ich keine spezifischen. Ich hatte jedoch sehr gehofft, dass es mich persönlich weiterbringe. Und das tut es. Ich fühle mich gefordert. Zudem bietet das Studium die Möglichkeit, an realen Projekten aus der Praxis mitzuarbeiten, die nicht einfach in einer Schublade verschwinden.

Wie sieht das konkret aus?
Vor Kurzem durfte ich im Rahmen des Semesterprogramms «Transcultural Collaboration» zweieinhalb Monate in Hong Kong und Shanghai verbringen. Das internationale Programm verbindet die ZHdK mit Hochschulen aus Hong Kong, Taiwan, China und Singapur und bringt Studierende aus allen Disziplinen zusammen. Als Kulturpublizistikstudentin begleitete ich die Studierenden und den Entstehungsprozess ihrer Arbeiten, beobachtete von aussen und dokumentierte alles für die Website.

Welches sind deine aktuellen Projekte?
Ich arbeite mit Mitstudierenden und dem Fotomuseum Winterthur an einer Publikation: Mehrere Autoren und Autorinnen reagieren mit literarischen Texten auf Bilder aus der Sammlung des Museums. Wir konnten und können dabei von Anfang bis Schluss Teil der Produktion sein: von der Ideenfindung über die Konzeptausarbeitung, Organisation und Kommunikation bis hin zum eigenen Mitwirken als Autorin.

Was ist «roh» an deinem Schaffen?
Für mich fühlt es sich an, als wäre ich selbst als verletzliche Person das Roheste an meinem Schaffen. Meist steht man im kreativen Prozess ja davor, etwas Persönliches nach aussen zu stülpen. Egal, an welchem Punkt ich mich im Schaffensprozess befinde: Dieses Moment des Sichexponierens stellt für mich das Rohe dar.

Welche Autorin hat dich zuletzt begeistert?
Kate Tempest. Sie schreibt in einem schnellen Rhythmus, was ich sehr gerne mag, und sie zeichnet Bilder mit einer ungewöhnlich scharfen und originellen Beobachtungsgabe.

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