Balancieren zwischen Theorie und Praxis

Tanja Spielmann bei den Proben für das Theaterstück «Ich warte nicht, bis du tot bist – Keine Trauerfeier für Florin». Fotos: Regula Bearth © ZHdK

Studierendenporträt Tanja Spielmann

Tanja Spielmann studiert im Bachelor Theater, Vertiefung Dramaturgie. Die Auseinandersetzung mit Texten, eigene Schreibprojekte und szenisches Experimentieren gehören zu ihrem Theateralltag.

VON GIULIA ADAGAZZA
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Giulia Adagazza: Wieso hast du dich für den Bachelor Dramaturgie entschieden?
Tanja Spielmann: Theater war für mich Liebe auf den ersten Blick. Ich wusste aber zu Beginn nicht, in welcher Position ich arbeiten wollte, was auch daran lag, dass ich nicht alle Berufe des Theaterbetriebs kannte. Nach einem einjährigen Praktikum im Theater Tuchlaube in Aarau entschied ich mich für das Studium in Dramaturgie, weil die Balance zwischen Theorie und Praxis für mich stimmt. Ausserdem mag ich die Abwechslung: Ich arbeite zwar gerne alleine, mag es aber auch, in einer Gruppe zu agieren.

Wurden deine Erwartungen bis jetzt erfüllt?
Meine Erwartungen wurden übertroffen. Das Angebot an Wahlmodulen ist gross und erlaubt es, eigene Schwerpunkte zu setzen. Ich kann mich sowohl mit wissenschaftlichen und literarischen als auch mit dramatischen Texten auseinandersetzen, selber Texte schreiben und in Projekten szenisch experimentieren. Das macht mein Studium sehr vielseitig.

Welche Inszenierung hat dich zuletzt begeistert?
Das Theaterprojekt «Morgen» der Theaterkompanie Grande Giro, das ich am Jugend Theater Festival Schweiz 2019 gesehen habe. Eine viersprachige Aufführung, die meiner Meinung nach auch komplett ohne Sprache ausgekommen wäre, weil das Zusammenspiel von Bewegungen, Requisiten, Licht und Musik sehr eindringlich war und viele berührende Momente heraufbeschworen hat.

Deine Pläne nach dem Studium?
Ich möchte gerne weiterstudieren und vielleicht ein Master- oder ein zweites Bachelorstudium absolvieren. Später würde ich gerne an einem Ort arbeiten, an dem die Arbeit mit Text im Fokus steht. Oder als Dramaturgin für ein Theaterfestival: Herumreisen, Aufführungen visionieren und ein spannendes Festivalprogramm zusammenstellen – das wäre natürlich der Jackpot!

Dein Lieblingsort in Zürich?
Der Moosholzweiher. Ein idyllischer Ort im Zürichberg-Wald. Dort gehe ich immer hin, wenn ich der Hektik der Stadt entfliehen möchte.

 

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