«Schreiben wurde mir zu eindimensional»

Das Wohnviertel Zwicky Süd in Dübendorf inspiriert Designstudent Mario Fuchs, weil es für neue Formen des Wohnens und Zusammenlebens steht. Foto: Regula Bearth © ZHdK

Studierendenporträt Mario Fuchs

Als Journalist war die Sprache zehn Jahre lang das Erzählwerkzeug von Mario Fuchs. Im Studiengang Cast / Audiovisual Media lernt der 30-Jährige nun, Geschichten auch mit Ton und in Bildern zu vermitteln.

VON GIULIA ADAGAZZA
___

Giulia Adagazza: Wieso hast du dich für den Studiengang Cast / Audiovisual Media entschieden?
Mario Fuchs: Nach zehn Jahren als Zeitungsjournalist ist mir das Schreiben zu eindimensional geworden. Im geschriebenen Wort gehen Nähe und Emotionen oft verloren. Bei Cast / Audiovisual Media lerne ich, Geschichten nicht nur mit Wörtern, sondern auch in Audioformaten und mit Videos zu erzählen. Das Studium vermittelt mir das technische Wissen, gibt mir Werkzeuge für den kreativen Prozess in die Hand und lehrt mich, wie ich meine Zielgruppe erreiche. Geschichten im Musik- und Kulturbereich interessieren mich dabei besonders. Das Toni-Areal bietet mir die perfekte Umgebung, um Kontakte mit Musikerinnen und Künstlern zu knüpfen.

Sind deine Erwartungen an das Studium bis jetzt erfüllt worden?
Ja. Wir konnten beispielsweise bereits einen Kurzdokfilm realisieren und für Universal Music einen Videoclip produzieren. Von null auf eine fiktionale Geschichte zu entwickeln und zur Musik umzusetzen – das war grossartig!

Was inspiriert dich?
Das können amüsante Dialoge im Tram oder etwa Plakatsprüche sein. Ausserdem höre ich ständig Musik. Im Moment viel Mundart wie Stahlberger, Polo Hofer oder Taxi. Es gefällt mir, wenn die Texte direkt rüberkommen. Ich überlege mir dann, ob die Wörter und die Musik harmonieren oder wie die Reime angeordnet sind.

Welcher Film hat dich zuletzt begeistert?
Der Schweizer Dokumentarfilm «Köhlernächte». Die Geschichte handelt vom aussterbenden Köhlerhandwerk, ist brillant erzählt und hat eine wunderbare Bildsprache.

Welches sind deine aktuellen Projekte?
Neben dem Studium gründe ich mit einigen anderen Leuten gerade einen Verein. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Menschen alternative Arbeits-, Beziehungs- und Wohnformen ausprobieren können. In der Z-Kubator-Sommerakademie habe ich dieses Projekt unter Anleitung von Coaches weiterentwickelt.

Was würdest du an der ZHdK verändern?
Als dreissigjähriger Vollzeitstudent wünsche ich mir bessere Möglichkeiten, das Studium und den Beruf unter einen Hut zu bringen. Ich bin überzeugt, damit würde auch die ZHdK vielseitiger werden, da sich mehr berufstätige Menschen für ein Studium anmelden könnten.

Dein Lieblingsort in Zürich?
Ich spaziere in längeren Pausen gerne zum Park im Friedhof Hönggerberg.

Teile diesen Beitrag: