Ein Musiktheater geht neue Wege

Die Gesangsstudierenden der ZHdK verkörpern in der Opernsatire «Prima la musica e poi le parole» einen Dichter, einen Komponisten und zwei Primadonnen. Foto: Sabine Bierich

Vom 31. Mai bis zum 2. Juni 2019 bringen Musik- und Bühnenbildstudierende der ZHdK die Opernsatire «Prima la musica e poi le parole» von Antonio Salieri auf die Bühne. Dabei überschreiten die Studierenden die Grenzen ihrer jeweiligen Disziplin, wie Ranko Marković, Co-Leiter des Profils Klassik am Departement Musik, erklärt.

VON GIULIA ADAGAZZA

Giulia Adagazza: Warum ist dieses Musiktheater für die ZHdK so besonders?
Ranko Marković: Die Studierenden überschreiten die Grenzen ihrer jeweiligen Disziplin, indem sie umfassende musiktheatralische Erfahrungen sammeln. Beispielsweise hat das Orchester der ZHdK schon lange keine Oper im herkömmlichen Sinn mehr gespielt und kaum mit Regie oder Szenografie kooperiert. In diesem Projekt tauchen Sängerinnen, Dirigenten, Streicherinnen, Bläser, Komponistinnen und Bühnenbildner gemeinsam in die verschiedenen Bereiche und Prozesse einer Musiktheaterproduktion ein.

Wer gibt den Ton an?
Die Studierenden! Die musikalische Darbietung, das Bühnenbild, die Kostüme und das Dirigat liegen fast vollumfänglich in ihren Händen. Bei diesem Gestaltungsprozess werden die Studierenden von den Dozierenden zwar angeleitet und unterstützt, der Fokus liegt aber auf der Entfaltung ihrer eigenen Ideen. Auf diesen hohen Grad an Partizipation legt Annette Uhlen, Musikdozentin an der ZHdK, in ihrem Regiekonzept besonderen Wert.

«Prima la musica e poi le parole» enthält verhältnismässig viele Rezitative, also Sprechgesang, und eher wenige Arien. Worauf darf sich das Publikum sonst noch freuen?
Auf einen regen und leidenschaftlichen Diskurs auf der Bühne. Ein Dichter und ein Komponist sollen in nur vier Tagen eine Oper kreieren und streiten dabei um die Vorherrschaft ihrer jeweiligen Disziplin. Ob Musik oder Literatur gewinnt, verrate ich hier nicht. Es gibt Einwürfe aus der populären Musik unserer Zeit und ein Bühnenkonzept, das die gewohnte Trennung von «Gesang oben – Orchester unten» überwindet. Bühne frei für die neue Generation!

Ranko Marković (ranko.markovic@zhdk.ch) ist Pianist, Instrumentalpädagoge sowie Musikwissenschafter und war in Lehre und Leitung diverser Hochschuleinrichtungen in Linz und Wien tätig, bevor er 2014 an die ZHdK kam. Er ist Mitglied der Profilleitung Klassik am Departement Musik und Head of International Relations Music.
Giulia Adagazza (giulia.adagazza@zhdk.ch) ist Projektleiterin in der Hochschulkommunikation der ZHdK.
«Prima la musica e poi le parole»
Freitag, 31. Mai, 19.00 Uhr
Samstag, 1. Juni, 19.00 Uhr
Sonntag, 2. Juni, 15.00 und 19.30 Uhr
Limmat Hall, Hardturmstrasse 122, Zürich
Eintritt frei
Informationen zur Aufführung: https://www.zhdk.ch/veranstaltung/38445