Ein Zuhause für junge Kunstschaffende

Fotos: Regula Bearth © ZHdK

Studierendenporträt Marcel Hörler

Art-Education-Student Marcel Hörler mag Orte, die Kunst hervorbringen. Deshalb gestaltet er gleich selber welche mit. Ein Zuhause für junge Kunstschaffende und eine Kunstplattform auf einem Biobauernhof gehören zu seinen aktuellen Projekten.

VON GIULIA ADAGAZZA
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Giulia Adagazza: Wieso hast du dich für den Masterstudiengang Curatorial Studies entschieden?
Marcel Hörler: Parallel zu meinem Studium in Soziokultur an der Hochschule Luzern habe ich zusammen mit einem Kollektiv eigene Kunstprojekte realisiert. In mir ist dabei der Drang gewachsen, in Zukunft noch selbstständiger Ideen umzusetzen. Das Studium an der ZHdK ermöglicht mir genau dies und bringt mir gleichzeitig theoretische Grundlagen näher.

Welche aktuellen Projekte verfolgst du?
Im Toggenburg entsteht gerade die «Dogo Residenz für Neue Kunst». Ein inspirierender Ort für zeitgenössische Kunst mit einer Kunstschule, einem Ausstellungsraum, einer Wohnung für junge Kunstschaffende aus dem In- und Ausland im «Rathaus für Kultur», einem Gemeinschaftsatelier und einer wachsenden digitalen Sammlung. Ich bin in diesem Projekt als Co-Leiter tätig. Zusammen mit einem Kurator und einem Bauern, der Künstler ist, sammle ich zudem Geld für eine Kunstplattform auf einem Biobauernhof. Kunstschaffende und die interessierte Öffentlichkeit sollen sich dort mit Fragen der Nachhaltigkeit in der Kunst auseinandersetzen.

Brauchen wir Kunst?
Es gibt nichts Menschlicheres als die Kunst. Wäre Kunst nicht menschlich, wäre sie nicht Kunst. Aber nicht alles ist Kunst, nicht wahr? Darum ist die Frage nach der Qualität und der Vermittlung von Kunst viel spannender, weil dadurch der Fokus auf der Beschaffenheit liegt und dies eine Auseinandersetzung mit einem Thema ermöglicht.

Was willst du nach dem Studium machen?
Ich unterteile das Studium nicht in einen Anfang und ein Ende. Der Moment «nach dem Studium» steht für mich nicht im Vordergrund. Vielmehr fokussiere ich mich auf die Entwicklung und die Positionierung meines Schaffens. Kurzum: Ich möchte besser werden.

Dein Lieblingsort in Zürich?
Das Klublokal Umbo. Eigentlich ein ziemlich unbequemer Ort, von denen es in Zürich mehr geben sollte.

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