Keinen Druck aufbauen

Salome Tschudin. Fotos: Regula Bearth © ZHdK

 

Studierendenporträt Salome Tschudin

Nach einer KV-Lehre, Sprachaufenthalten und diversen Jobs machte Salome Tschudin die gestalterische Berufsmatura und entdeckte während des Propädeutikums ihren Studiengang Art Education, Ästhetische Bildung und Soziokultur.

VON ANDREA ZELLER
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Andrea Zeller: Wieso hast du dich für diesen Studiengang entschieden?
Salome Tschudin: Das Studium ist sehr praktisch angelegt, wir lernen das Vermitteln von gestalterischen Inhalten im Unterricht und während Praktika. Ich arbeite sehr gern mit Menschen zusammen und gebe mein Wissen mit Freude weiter. Dabei kann ich davon profitieren, dass ich aus meiner Vorbildung bereits verschiedene Erfahrungen mitbringe. Zudem ist ein grosser Teil gestalterische Arbeit, wir verbringen viel Zeit in den Werkstätten.

Welche aktuellen Projekte verfolgst du?
Ich starte bald mein erstes Praktikum im Vorkurs der Berufsschule für Gestaltung Zürich. Die Teilnehmenden sind Jugendliche im Alter von 16 Jahren, die danach voraussichtlich eine Lehrstelle im gestalterischen Bereich absolvieren werden. Ich und eine weitere Studentin können den Unterricht mitgestalten und einen eigenen Kurs erarbeiten.

Brauchen wir Kunst?
Ja, wir brauchen Kunst. Einerseits macht sie die Welt spannender und farbiger, andererseits gibt sie uns Denkanstösse und hilft uns auf diese Weise, andere Perspektiven zu entwickeln.

Welches Kunstwerk hat dich zuletzt begeistert?
An der Documenta hab ich ein Werk des Künstlers Herman de Vries gesehen. Auf dem Bild sind farbige Rechtecke zu erkennen. Es handelt sich dabei um ausgeriebene Erde aus der ganzen Welt. Diese zahlreichen Farbvariationen von Erde haben mich inspiriert.

Wo bist du am liebsten in Zürich?
Am schönsten finde ich die Stadt von Weitem. Ich bin gerne auf dem Üetliberg, am Türlersee oder im Restaurant Albishorn, das nur zu Fuss erreichbar ist und das beste Siedfleisch Zürichs serviert.

Wie sieht dein Traumberuf aus?
Ich möchte in einer Vermittlungsposition arbeiten – mit Schülern oder Erwachsenen. Vielleicht hole ich auch noch die Matura nach und studiere an der Uni Kunstgeschichte, wer weiss? Meiner Erfahrung nach ergeben sich immer wieder neue Möglichkeiten, wenn man einfach offen bleibt und sich keinen Druck aufbaut.