Kunst hilft, sich verstanden zu fühlen

Jonathan Erne. Fotos: Regula Bearth © ZHdK

Studierendenporträt: Jonathan Erne

Jonathan Erne, der als Einjähriger mit seinen Eltern nach Kapstadt gezogen und dort aufgewachsen war, nutzte vor zwei Jahren seinen Schweizer Pass, um in Zürich seinen Masterabschluss in Design zu machen. Der 27-Jährige hat einen Bachelorabschluss in Industriedesign.

VON ANDREA ZELLER
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Andrea Zeller: Woran arbeitest du?
Jonathan Erne: In meiner Masterarbeit geht es um ein Projekt zur Unterstützung von Menschen mit Sehbehinderung. Dazu filmte ich ihren Alltag und entdeckte zahlreiche Herausforderungen wie etwa Fahrräder, die auf die weissen Linien auf dem Bürgersteig gestellt werden, oder Restaurants, die ihre Schilder vor der Eingangstür platzieren. Anstatt ein bestimmtes Tool zu entwerfen, möchte ich durch eine Kampagne in der Öffentlichkeit mehr Bewusstsein dafür schaffen, was es bedeutet, wenn man nicht sehen kann.

Warum brauchen wir Kunst?
Kunst bietet mir eine kleine Flucht aus dem Alltag. Ich kann mich entspannen und meine Gedanken fliessen lassen. Einerseits hilft mir Kunst, andere Perspektiven einzunehmen, wenn ich festgefahren bin, andererseits gibt sie mir ein Gefühl des Verstandenwerdens: Wenn ich ein Lied höre, das meine Gefühle perfekt einfängt und wiedergibt, fühle ich mich sofort weniger alleine.