Studierendenporträt Arzije Asani

Arzije Asani studiert Cast / Audiovisual Media an der ZHdK. Die 23-Jährige möchte als Videojournalistin Geschichten erzählen. Zurzeit arbeitet sie an einer ganz persönlichen, nämlich derjenigen, wie sich ihre Eltern vor dreissig Jahren in Pristina in einer Unibibliothek kennengelernt haben. 

VON ANDREA ZELLER
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Andrea Zeller: Wieso hast du dich für den Studiengang entschieden?
Arzije Asani: Ich möchte lernen, wie ich Menschen meine Ideen und wichtige Ereignisse vermitteln kann, und genau das tun wir bei Cast / Audiovisual Media. Wir lernen, Storys zu erzählen – in Texten, Videos oder Animationen. Durch die unterschiedlichen Formate müssen wir uns immer wieder neu überlegen, wie wir eine Geschichte so kommunizieren, dass sie beim Zielpublikum ankommt.

Welche aktuellen Projekte verfolgst du?
Zurzeit arbeite ich am Schnitt eines kurzen Dokfilms über meine Eltern. Darin reisen sie zurück in ihre Heimatstadt Pristina im Kosovo und besuchen die Unibibliothek, in der sie sich in ihrer Studienzeit kennengelernt haben. Im Film zeige ich den Zwiespalt, in dem sich meine Eltern befinden: Einerseits vermissen sie den Kosovo und möchten gerne wieder zurückkehren, andererseits haben sie sich von der Stadt entfremdet und kommen mit dem Verkehr, den Menschen und dem ganzen System nicht mehr klar.

Was würdest du ändern an der ZHdK?
Ich wünschte mir mehr Transparenz und Austausch zwischen den verschiedenen Studiengängen. Ausserdem würde ich das Schulhaus bunter und grüner gestalten. Die vielen weissen Wände strahlen eine gewisse Kälte aus.

Welcher ist dein Lieblingsort in Zürich?
Das Café Zähringer. Da sind wirklich alle immer herzlich willkommen. Ich kann in Ruhe meinen Gedanken nachhängen oder spannende Diskussionen mit anderen Gästen führen. Es ist ein Ort, an dem Menschen aus allen Gesellschaftsschichten aufeinandertreffen.

Brauchen wir Kunst?
Auf jeden Fall. Persönlich brauche ich Kunst, um in schwierigen Momenten der Realität zu entfliehen. Die wichtigste Eigenschaft der Kunst ist für mich jedoch die Fähigkeit der zeitlosen Vermittlung. Kunst hilft, komplexe Dinge zu fühlen und besser zu verstehen.