Makerball ist ein Do-it-yourself-Flipperkasten, der im Rahmen des Design-Masterstudiums von Alain Schibli an der ZHdK entwickelt wurde. Er ist eine zeitgemässe, ruhige und reduzierte Alternative zu den herkömmlichen Kästen, die mit Lärm, Licht und Effekten nach Aufmerksamkeit heischen. Das Rollen der Kugel wird bei Makerball zum meditativen Erlebnis. Das Spielfeld ist zu Beginn leer und wird individuell mit den gewünschten Elementen ausgestattet.

VON FREDERIC POPPENHÄGER
___

Frederic Poppenhäger: Wie bist du auf die Idee gekommen, einen analogitalen, also halb analogen, halb digitalen Do-it-yourself-Flipperkasten zu bauen?
Alain Schibli: Als ich ein Teenager war, gab es in jeder Bar Flipperkästen. Sie waren leuchtende Ikonen der Popkultur mit rebellischem Image. Heute weht ein anderer Wind: Steigende Quadratmeterpreise und digitale Games verdrängen den einst so coolen Flipperkasten immer mehr aus dem Alltag. Insofern ist mein Flipperkasten als ein zeitgemässes Redesign zu verstehen: reduziert, simpel und aus Holz. Dank Mikrocontroller, Smartphone und der dazugehörigen App muss man auf das digitale Punktesammeln aber trotzdem nicht verzichten.

Was willst du mit Makerball erreichen?
Makerball ist angetreten, den schlechten Ruf des Spielens zu rehabilitieren, und soll als Plädoyer fürs Spielen verstanden werden. Im Spiel taucht man in eine Welt ein, die wenig mit dem Alltag zu tun hat. Der Spieltheoretiker Johan Huizinga bezeichnet diese als den «Magic Circle», in dem die alltägliche Wirklichkeit unwichtig ist.

Was sind die nächsten Schritte nach deiner erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne?
Zurzeit kümmere ich mich um die Produktion der ersten Serie von hundert Stück. Für mich ist dies spannendes Neuland, da es nichts mit meiner üblichen Designertätigkeit zu tun hat. Ich will möglichst lokal produzieren und muss doch auf einen bezahlbaren Preis kommen. Zu Beginn wird in erster Linie über den eigenen Webshop verkauft werden.

In welcher Form wurdest du von der ZHdK unterstützt?
Ich habe von den Dozentinnen und Mentoren stets ehrliches und hilfreiches Feedback zu meiner Arbeit erhalten, was mich immer einen Schritt vorangebracht hat. Das Studium war für mich gut und nachvollziehbar aufgebaut, sodass ich strukturiert arbeiten konnte. Dank des Studiums an der ZHdK habe ich nun ein Produkt, das marktreif ist.

makerball.org

Alain Schibli absolvierte ein Studium im Master Design mit der Vertiefung Trends. Er bezeichnet sich selbst als Bastler oder Do-it-Yourselfer. Während seines Studiums an der ZHdK hat er es geschätzt, auch mit den Händen zu arbeiten und etwas selber herzustellen.

Frederic Poppenhäger (frederic.poppenhaeger@zhdk.ch) ist Kommunikationsverantwortlicher des Departements Design der ZHdK und lehrt in der Fachrichtung Industrial Design.