Intuitive Drohnensteuerung Kea gewinnt James Dyson Award

Naomi Stieger, Industrial-Design-Absolventin der ZHdK, entwickelt in Zusammenarbeit mit ETH-Student Dimitri Gerster eine intuitive Steuerung für Kameradrohnen und gewinnt damit den James Dyson Award in der Schweiz. Der Preis ist mit 2250 Euro dotiert und dient der Förderung erfindungsreicher Projekte junger Ingenieurinnen und Produktdesigner. Mit seinem Siegerprojekt Kea qualifiziert sich das Duo auch für das internationale Finale.

VON FIONA KNECHT

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Fiona Knecht: Was genau ist Kea und was ist daran besonders?
Naomi Stieger: Kea ist eine Steuerung für Kameradrohnen, bei der Kameraführung und Flugsteuerung gleichzeitig intuitiv bedienbar sind. Sie wurde speziell für Fotografen und Filmschaffende entworfen. Bisher brauchte es für Luftaufnahmen meist zwei Piloten: jemanden, der die Kamera bedient, und jemanden, der die Drohne fliegt. Bei Kea kommt beides in einer Steuerung zusammen.

Erinnert das Design deshalb an eine Kamera?
Ja. Was aussieht wie ein Objektiv, ist ein Bedienelement (Joystick), das wir auf der Rückseite der Steuerung platziert haben. Dadurch wird die Handhabung intuitiver und ergonomischer als bei handelsüblichen Produkten. Selbst ein Kind kann Kea bedienen, obwohl es sich um ein Profigerät handelt.

Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?
Kea ist ein Projekt aus dem Design and Technology Lab und im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der ETH Zürich und der ZHdK entstanden. Das Briefing unseres Industriepartners Advanced Technology Labs AG war sehr offen, sodass wir Zielgruppe und Einsatzgebiet der Steuerung selber bestimmen konnten.

Warum habt ihr euch auf Bildaufnahmen fokussiert?
Für Dimitri und mich waren Drohnen zu Beginn Neuland. Wir teilten jedoch die Faszination für die Bild- und Videoaufnahmen, die mit Drohnen möglich sind. So beschlossen wir, gemeinsam ein Produkt für Naturfotografinnen zu entwickeln.

Eine Designerin und ein Ingenieur – welches waren die Herausforderungen bei dieser Art von Zusammenarbeit?
Zu Beginn war es nicht einfach, die Denk- und Arbeitsweise der anderen Disziplin zu verstehen und die Arbeitsbereiche so festzulegen, dass wir zusammen oder parallel arbeiten konnten. Wir diskutierten viel und lernten voneinander. Mit der Zeit funktionierte die Zusammenarbeit immer besser: Während ich Ergonomiemodelle erstellte, arbeitete Dimitri an einem Funktionsprototyp. Unsere Zwischenstände führten wir dann regelmässig zusammen, um sie virtuell zu testen.

Ihr seid für das internationale Finale des James Dyson Award qualifiziert. Welche Ziele möchtet ihr mit dem Projekt weiterverfolgen?
Unser Industriepartner ist begeistert und möchte das Konzept weiterentwickeln. Wann und wie genau es weitergehen wird, ist aber noch offen.

Wer mehr über die intuitive Drohnensteuerung Kea wissen möchte, kann sich auf der Website des Design and Techology Lab über das Projekt informieren.
Naomi Stieger ist fasziniert davon, die Welt von oben zu sehen. Zurzeit absolviert sie ein Praktikum im Atelier Oï und blickt gespannt in die Zukunft.
Fiona Knecht (fiona.knecht@zhdk.ch) ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Fachrichtung Industrial Design der ZHdK. Als leidenschaftliche Gestalterin und Musikliebhaberin führt sie einen Concept Store sowie ein Musikgeschäft in Zürich und engagiert sich für interdisziplinäre Projekte.