Kunst als Subjektwerdung

Studierendenporträt: Gabriel Flückiger

Gabriel Flückiger studiert im Master Fine Arts an der ZHdK. Der 28-Jährige wohnt in Zürich und arbeitet neben seinem Studium an der Hochschule Luzern als wissenschaftlicher Assistent in einem Forschungsprojekt. Davor hat er an der Universität Bern Kunstgeschichte und Sozialanthropologie studiert.

VON VALÉRIE HUG
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Valérie Hug: An welchen Projekten arbeitest du zurzeit?
Gabriel Flückiger: Künstlerisch arbeite ich vor allem an Performances und aufführungsbezogenen Formaten sowie zusammen mit Esther Mathis an einem filmisch-experimentellen Porträt über zwei Molekularbiologen. Daneben behandelt eines unserer kunsthistorischen Projekte in Luzern die Frage, wie sich Kunstschaffende seit den 1980er- Jahren selbstorganisiert in Projekten und Initiativen zusammengeschlossen haben.

Was inspiriert dich?
Irgendwie alles! Nur schon eine Tramfahrt kann magische Ereignisse bereithalten: La réalité dépasse la fiction.

Wieso hast du dich für den Master Fine Arts entschieden?
Weil der Studiengang einem Freiheit und Selbstbestimmung garantiert: im Hinblick auf eigene Projekte, Arten der Autorschaft und – was die Kunstausbildung für mich im Kern ausmacht – Formen der Subjektwerdung.

Wie bereitest du dich auf eine Performance vor?
Ich gehe schwimmen oder mache Übungen aus dem Improvisationstheater. Alles, um einen entleerten, ja naiven mentalen Zustand zu erreichen.

Wie sieht dein Traumberuf nach dem Studium aus?
Am liebsten würde ich Kunst auf Hochschulebene unterrichten. Meine bisherige Unterrichtserfahrung hat mir verdeutlicht, dass auch dies eine künstlerische Praxis ist. Man ermöglicht Sprech- und Handlungspositionen, das Unterrichtssetting wird zu einem selbstreflexiven Rahmen, einer kollektiven Performance.

Hast du einen Lieblingsort in Zürich?
Mir gefällt der Lindenhof sehr gut mit seinen schönen Baumgruppen. Dort kann ich ruhige Momente innerhalb der Stadt geniessen, es ist wie eine Art Entkoppelung für mich.

Valérie Hug (valerie.hug@zhdk.ch) ist Praktikantin in der Hochschulkommunikation der ZHdK. Wenn sie einmal entkoppeln möchte, aber keine Zeit hat, um aus der Stadt zu kommen, ist der Lindenhof auch für sie ein guter Ort zum Abschalten.