Manifesta 11 und ZHdK: vielfältige Zusammenarbeit

Vom 11. Juni bis am 18. September 2016 findet die Kunstbiennale Manifesta 11 in Zürich statt. Die Angehörigen der Zürcher Hochschule der Künste arbeiten auf vielfältige Weise mit der Manifesta zusammen. Sei es durch Filmdokumentationen zu den Kunstprojekten, das Erarbeiten von Vermittlungsprojekten oder die Durchführung einer Summer School. Christoph Schenker, Leiter des Institute for Contemporary Art Research, war von Anfang an involviert.

VON ANDREA ZELLER

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Andrea Zeller: Wie kam die Zusammenarbeit zwischen der ZHdK und der Manifesta 11 zustande?
Christoph Schenker: Die Manifesta ist eine durch Europa wandernde Biennale, und an der Durchführung interessierte Städte müssen sich mit ihren Ideen, ihren Kulturinstitutionen und Off-Szenen sowie mit dem politischen Willen und einem finanziellen Angebot als Gastgeberinnen bewerben. Dies galt auch für Zürich. Die ZHdK war von Beginn weg an den Gesprächen beteiligt. Mitte März 2013 besuchte Hedwig Fijen, Leiterin der Manifesta, mit einer Delegation Zürich. Unter anderem führte ZHdK-Rektor Thomas D. Meier durch den Rohbau des Toni-Areals. In einer Präsentation stellten wir die Kunsthochschule vor. Offenbar waren unsere Präsentation und damit die ZHdK entscheidend für den Zuspruch der Manifesta 11 an Zürich.
Zusammen mit verschiedenen Personen aus der ZHdK hatte ich bereits im Vorfeld der Manifesta 10 Kontakt mit deren Leitung. Sie war insbesondere an unserem Modell der Entwicklung von Public Art in Zusammenarbeit mit den vielfältigen Stakeholdern einer Stadt interessiert. Während der Manifesta 10 in Sankt Petersburg fand eine Summer School statt, die wir mitkonzipiert hatten und an der Master-Studierende der ZHdK teilnahmen. Damals schon wurde beschlossen, dass auch in Zürich während der Manifesta 11 eine Summer School stattfinden sollte, als Kooperation der ZHdK und der Manifesta. Darüber hinaus bin ich Mitglied des Curatorial Sounding Board der Manifesta 11.

Was bedeutet die Manifesta 11 für die ZHdK?
Ein Anlass solchen Formats bietet Gelegenheit zu einer vielfältigen und kritischen Auseinandersetzung. Da er im unmittelbaren Umfeld stattfindet, provoziert er einen, eine differenzierte Haltung zu entwickeln. Was erwarten wir von einer Veranstaltung mit einer derart grossen Öffentlichkeit? Welche Rolle gibt sie der Kunst, welche Rolle nimmt die Kunst für sich in Anspruch? Was kann sie leisten, was soll sie verändern? Die Manifesta eröffnet in vielerlei Hinsicht ein interessantes Handlungsfeld, und für etliche Studierende und Alumni der ZHdK bietet sie die Möglichkeit, in einem professionellen Team mitarbeiten zu können.

Am 11. Juni 2016 startet die von Christian Jankowksi kuratierte Manifesta 11, die europäische Biennale für zeitgenössische Kunst. Gastgeberin ist Zürich, das Thema lautet «What People Do for Money». Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt kommen mit Menschen aus verschiedenen Berufssparten, sogenannten Hosts, zusammen und realisieren rund dreissig Neuproduktionen. Präsentiert werden diese an drei verschiedenen Orten: in einer klassischen Kunstinstitution, am Ort ihrer Entstehung (Satellit) und als Film im Pavillon of Reflections, einer schwimmenden Plattform auf dem Zürichsee.

www.manifesta11.org
Weitere Zett-Beiträge zur Manifesta 11

Andrea Zeller (andrea.zeller@zhdk.ch) ist Projektleiterin in der Hochschulkommunikation der ZHdK und freut sich auf einen Besuch im Pavillon of Reflections an der Manifesta 11.