Yvonne Schmidt, was ist das Rimini Protokoll?

Rimini Protokoll – unter diesem Namen generiert ein deutsch-schweizerisches Performancekollektiv seit 2002 eine Vielfalt an theatralen Formaten an den Schnittstellen zwischen Theater und Gesellschaft sowie zwischen verschiedenen Medien. Von den Anfängen des dokumentarischen «Expertentheaters» in den frühen Nullerjahren, in dem nicht professionelle Darstellende als Expertinnen und Experten für bestimmte Bereiche der Alltagsperformance auf der Bühne stehen, bis hin zu mobilen und multimedialen Erkundungen performativer Räume. Gemeinsame Merkmale der Performances, Filme und Hörspiele sind die Arbeit an Fragen der Repräsentation und der Wahrnehmung sowohl im Theater wie auch im Alltag, das Ausloten des Verhältnisses zwischen Darstellenden und Zuschauenden sowie die künstlerische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Aktualitäten. Rimini Protokoll – namentlich Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel – sind international sehr erfolgreich und haben zahlreiche Preise gewonnen.

Dr. Yvonne Schmidt (yvonne.schmidt@zhdk.ch) ist Dozentin und Projektleiterin am Institute for the Performing Arts and Film, Departement Darstellende Künste und Film. Sie hat 2013 eine Doktorarbeit über «Experten – Amateure – behinderte Darsteller im Gegenwartstheater» verfasst.