Antike Geigen, moderne Möbel und etablierte Grafik warten in den Sammlungen des Museum für Gestaltung im Toni-Areal darauf, entdeckt zu werden. Eine günstige Gelegenheit dazu bieten die Mittagsführungen.

VON LEONA VERONESI

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Unter der Woche gehts um 12 Uhr los. Eine kleine Gruppe von höchstens zwölf Personen trifft sich beim Museumsshop im Schaudepot des Museum für Gestaltung. Wo man den Rundgang anfängt, wo die Schwerpunkte gesetzt werden und welche Schublade man genauer unter die Lupe nimmt, hängt von der jeweiligen Expertin aus dem Museumsteam ab, welche die Gruppe leitet. Die Führung gibt einen Einblick in die vier Sammlungen Design, Grafik, Kunstgewerbe und Plakat.

Klimatisch unterschiedliche Aufbewahrungsorte

Unter den Sammlungsräumen findet sich ein 16 Grad kühler, sehr trockener Raum im Untergeschoss zur Aufbewahrung von Fotografien, zum Beispiel von René Burri. Oder ein etwas feuchterer Raum, ideal für die Aufbewahrung der Grafiksammlung, in dem einen unterschiedlichste Sammlungsstücke erwarten, angefangen bei Kunstgrafik von Félix Vallotton über Entwürfe der Schrift Univers von Adrian Frutiger bis hin zu Piktogrammen aus allen Kulturen. Auch das Holzlager findet sich auf derselben Etage. In Regalen reihen sich Schätze der Kunstgewerbesammlung – jahrhundertealte Geigen und Cellos, Jugendstilmöbel von Henry van de Velde oder Marionetten von Sophie Taeuber-Arp. Weiter gehts vorbei an Plakatwänden in die riesigen Räume der Plakatsammlung. Säurefreies Papier trennt in unzähligen Schubladen die über 350 000 Plakate. Obwohl man bereits nach diesen Räumen eine Liste im Kopf hat, was man alles gerne nach Hause mitnehmen würde, kommt das Herzstück erst noch.

Weisse Handschuhe für Designikonen

Das Herzstück der Sammlungen ist das Hochregallager, das gleich zwei Etagen für sich beansprucht und wo sich vor allem Designobjekte grösseren Formats finden. Klar, man darf nichts anfassen, ohne weisse Handschuhe zu tragen, aber so nah kommt man einer solchen Fülle an Designikonen selten: Stahlrohrmöbel, Holzstühle, Kühlschränke, Fiberglas-Sitzschalen, Fahrräder … Die einstündige Führung ist zu kurz für den Wissensschatz, den die über 500 000 Objekte bergen, aber das Gute ist, dass man jederzeit wieder an einer Führung teilnehmen kann. Denn jede bringt andere, neue Schätze zum Vorschein …

Leona Veronesi (leona.veronesi@zhdk.ch) ist Assistentin in der Kommunikation des Museum für Gestaltung.
Öffentliche Führungen in den Sammlungen
Dienstag–Freitag 12–13 Uhr, Mittwoch 17–18 Uhr, Sonntag 13–14 Uhr
Anmeldung: www.museum-gestaltung.ch
Privatführungen auf Anfrage.
Für ZHdK-Angehörige ist die Teilnahme an den öffentlichen Führungen kostenlos.
Dieser Beitrag erschien erstmals in Zett 2–15.